Tegel Offen Halten

Die Entwicklung des Berliner Flughafensystems ist in der besonderen Historie der Stadt begründet. Während der Besatzung durch die Alliierten waren fünf verschiedene Flughäfen in Betrieb, die hauptsächlich militärischen Zwecken dienten. Zu Beginn dieses Jahrhunderts waren noch drei dieser Flughäfen in Betrieb: Tempelhof (THF), Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF).1
Nach der Wiedervereinigung 1990 war die Region Berlin-Brandenburg bestrebt, einen größeren Flughafen zu unterhalten, um der zukünftigen Nachfrage nach Luftverkehrsdienstleistungen nachkommen zu können. Das Konzept eines „Single-Airport“, auf das man sich in der sogenannten “Konsensentscheidung” von 1996 geeinigt hatte, sah einen neuen Flughafen in Form einer Erweiterung des Standorts Schönefeld zur Abwicklung des gesamten Berliner Flugverkehrs, sowie die Schließung der anderen Flughäfen der Stadt vor. Es wurde beschlossen, Tempelhof zu schließen, sobald die Pläne für den BER genehmigt wären, und Tegel zu schließen, sobald der BER in Betrieb gegangen sei.
Der Bau des BER begann 2006 und zwei Jahre später wurde Tempelhof geschlossen. Der neue Flughafen Berlin Brandenburg International (BER) sollte ursprünglich 2010 öffnen. Nach einer Reihe von Verzögerungen ist er jedoch bis heute nicht in Betrieb und ein endgültiges Datum der Inbetriebnahme lässt weiterhin auf sich warten. Da die Voraussetzung für die Schließung Tegels – die Inbetriebnahme des BER – noch nicht erfüllt ist, bleibt der Flughafen weiter in Betrieb.

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